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Freitag, 9. September 2011

Art in Residence: Die Neunte Kunst

Art in Residence - Motto einer Comicausstellung

Am 8. September fand in der Orangerie der Würburger Residenz im Rahmen der jährlichen Art in Residence-Ausstellung ein Comicforum statt. Eine grandiose und stimmungsstarke Location zwischen barocker Klassik und moderner Ausstellungsgalerie.

Die lokalen Comicdealer der Roman-Boutique (Gerd Eibach und Bernhard Sterner) stellten einen Abend auf die Beine, der ganz im Zeichen der Neunten Kunst stand. Anhand der benötigten Stühle kann von bis zu 60 Besuchern gesprochen werden, was eine ordentliche Zahl ist, zumal die Semesterferien noch laufen. Allein von der Größe des Publikums kann die Veranstaltung daher als Erfolg verbucht werden.

Die Orangerie: Außenansicht (durch Anklicken vergrößern sich die Fotos)

Vorgetragen: Kunst im Comic

Nachdem  Gerd Eibach die Besucher Willkommen geheißen und meine Wenigkeit vorgestellt hat, begann auch schon der erste Teil des Abends: mein Vortrag über das Thema "Kunst im Comic", der von einer Powerpointpräsentation getragen wurde.

Darin stellte ich zunächst die charakteristischen ästhetischen Merkmale des Comics als Sequentielle Kunst vor. Anschließend veranschaulichte ich anhand von ausgewählten Comickünstlern und deren Werk wie Comics in rein visueller Hinsicht in der Tradition der Kunstgeschichte oder welche der Ismen der Kunstgeschichte im Werk der jeweiligen Künstlern zutreffen.


Die Orangerie: Innenansicht


Vortrag: Gegenüberstellung von Dave Mckean (links) und Francis Bacon (rechts)


Vortrag: Expressionistische Bildbeispiele von George Pratt

Diskutiert: Comics in Deutschland

Nach einer kurzen Pause, in der die Besucher bei Crèpes, Frankenwein oder Bier angeregt diskutierten, läutete Gerd Eibach dann den zweiten Teil des Abends ein. In einer Runde, die aus Würzburger Comicexperten bestand, wurde in erster Linie diskutiert, warum das Medium Comic in Deutschland einen derart schlechten Stand hat, was man zweifelsohne an den vergleichsweise marginalen Auflagenzahlen ablesen kann.

Dabei war nicht nur Gerd Eibach, sondern auch Bernie Sterner aus der Roman-Boutique, Christian Endres (Redakteur/Rezensent), Christian Neubert (Rezensent), Christopher Franz (Kunsthistoriker) und meine Wenigkeit beteiligt.


Links: Gerd Eibach/Mitte: Kennen wir schon/Rechts: Bernie Sterner der, äh... nein, am Mac


Diskussionsrunde: Sterner, Franz, Eibach, Behringer, Neubert, Endres

Das bunt gemischte Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion und stellte interessierte Fragen. Es tut sich was bezüglich des Mediums Comic, vielleicht auch wegen der medial inszenierten Graphic Novel-Welle, was im übrigen auch diskutiert wurde.

Abgesehen von einer nicht ernstzunehmenden kritischen Stimme gab es - zumindest mir gegenüber - ausschließlich positives Feedback zu Vortrag und Diskussionsrunde. Alles in allem ein gelungener Abend wie ich finde, gerne öfter und mehr!

Donnerstag, 18. August 2011

Art meets Comic

Man mag es kaum glauben, aber in der mainfränkischen Metropole Würzburg wird im September die Comic-Flagge gehisst.

Im Rahmen einer Kunstausstellung in der Residenz (Weltkulturerbe!) werden auch Comicveranstaltungen durchgeführt. Ich war natürlich sofort begeistert von dem Projekt und habe meine Dienste angeboten. Doch der Reihe nach...

Wieso, weshalb, warum?

Die Stiftung Zukunft Kultur i.Gr. hat sich der Förderung von Kunst und Kultur verschrieben. Sie stellt jährlich regionale Nachwuchskünstler in der Orangerie des Hofgartens unter dem Label Art in Residence aus.

Dieses Jahr wird im September  ein junger Künstler namens Alex Bumblut zu sehen sein, dessen Werke an die Comickunst angrenzen. Deswegen  trat man folgerichtig auch an die Roman-Boutique heran, ob sie nicht Lust hätten Comicveranstaltungen um die Ausstellung herum zu organisieren und durchzu-führen.

Da konnte natürlich niemand "Nein" sagen, im Gegenteil: das ist selbstver-ständlich Ehrensache! Im Rahmen von Art in Residence werden dieses Jahr zwei Sonderveranstaltungen begleitend zur Ausstellung stattfinden, die sich mit Comics befassen. In einem Comic-Forum wird der Comic als "Neunte Kunst" vorgestellt.

Belehrung - Kunst und Comic

Ich werde über das Thema "Kunst und Comic" referieren und dabei eine Brücke von den Ismen der Kunstgeschichte zum Comic schlagen. Dabei will ich das Werk künstlerisch ambitionierter Comicautoren wie Lorenzo Mattotti oder Kent Williams vorstellen und beispielhaft zeigen, das Comics auch kunstvoll wie Malerei bzw. Bildende Kunst sein können.

Erfahrung - Comics live gezeichnet

In einer zweiten Veranstaltung werden zwei Würzburger Comiczeichner live zeichnen. Die Aktion wird per Kamera gefilmt und durch einen Beamer an die Wand projeziert. Ich werde dabei einem der beiden Künstler, Robert Wenzel, zur Seite stehen, ihn anmoderieren und kommentieren. Wer sich vorab schon einmal über das Können des ICOM-Preisträgers machen will, der kann das hier tun.

Das vollständige Programm findet man auf dem Blog der Roman-Boutique. Dort folgen in den nächsten Tagen auch weitere Informationen. Ich würde mich über jeden Besucher freuen!

Donnerstag, 16. Juni 2011

Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics

Der Tagungs- bzw. Sammelband Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics wird zum Comicfestival München (23. bis 26. Juni, www.comicfestival.de) erscheinen und dort vorgestellt.

Die gleichnamige Tagung fand in der Evangelischen Akademie in Bad Boll vom 29. bis 31. März 2010 statt. Mehr als 20 namhafte ExpertInnen deckten mit ihren Vorträgen und Workshops die Bereiche Geschichte, Theorie, Forschung und Praxis ab.

Im interdisziplinären Rahmen wurden Inhalte, Funktionen, Mechanismen und Wirkungen der Comics von Rechts, der Comics gegen Rechts und von Geschichtscomics mit NS- und Holocaust-Thematik vorgestellt und diskutiert sowie modellhaft Möglichkeiten für die Bearbeitung des Themas und den zielgruppenadäquaten Einsatz entsprechender Comics in Schule und politischer Bildung erarbeitet.

Hier ist ein Bericht über meinen Vortrag, den ich gehalten habe, hier ist der Tagungsbericht der ComFor (Gesellschaft für Comicforschung) und hier ein Artikel von Der Tagesspiegel.

Mein Beitrag ist ein Aufsatz zu dem Thema  „Geschichte des Antisemitismus in Comics“.

Anhand von Dave Sims Judenhass und Will Eisners Das Komplott. Die wahre Geschichte der Protokolle der Weißen von Zion stelle ich darin paradigmatisch „Didaktische Kriterien zur Prüfung der Tauglichkeit für den Schuleinsatz“ (Titelzusatz) heraus.

Generell kann der Band am Besten direkt über den Online-Shop des Archivs der Jugendkulturen bestellt werden sowie über die üblichen Literatur-Internetversandseiten und den Buchhandel (einfach die ISBN-Nr. angeben).

Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics, Ralf Palandt (Hrsg.), ca. 450 Seiten, durchgängig farbig illustriert, Hardcover, 36,- €, ISBN 978-3-940213-62-4