Donnerstag, 5. Mai 2011

"Der Holocaust in Sprechblasen" bald auf Arabisch?

Ich habe von meinem Verlag eine Nachricht bekommen, die darauf deuten lässt, dass mein Buch Der Holocaust in Sprechblasen - Erinnerung im Comic eventuell demnächst in Syrien, Libanon und Ägypten auf Arabisch erscheint. Ich bin da aber noch skeptisch. Mal sehen, was daraus wird.

Diese Anfrage erreichte jedenfalls den Tectum Verlag:

Dear Sir, Ma'am

Hope this email finds you well.
I am writing you to inquire about the rights of these books which published by blue water productions

- Der Holocaust in Sprechblasen by Marco Behringer.

We are  establishing a publishing house in Syria/Lebanon/Egypt, for publishing and translating comic books. The Comic Shop is a publishing house, to be launched in July 2011.


We specialize in publishing comic books in the region. Our aim is to contribute to building the culture of comics in the Middle East as well as translating to Arabic all genres of graphic novels written about our region.

we would like to translate the mentioned books to Arabic, distribute it and make it available to the Arab readers.


Please let me know of the procedures to be taken, in order to make this
happen.

Kindest regards,

Adham Youssef

Freitag, 29. April 2011

Rezension in "Die Sprechblase 221"

Für alle, die das Magazin noch nicht kennen: Die Sprechblase ist ein Comicmagazin über die "Welt klassischer Comics". Für die aktuelle Ausgabe durfte ich eine Rezension beisteuern. Daneben gibt es wieder zahlreiche interessante Artikel, Interviews, Comic-Strips und News.

Schon im Vorwort zu Die Sprechblase 220 hat Chefredakteur Gerhard Förster ein Special über den Luc Orient-Zeichner Eddy Paape angekündigt. Ob der Artikel über die Zeichner-Legende dann aber tatsächlich in Die Sprechblase 221 erscheinen wird, war noch bis vor kurzem völlig unklar.

Nun ist die neue Ausgabe erschienen - und tatsächlich ziert eine Szene aus dem SF-Klassiker Luc Orient das Cover der Sprechblase und kündet damit den Leitartikel über den 90-jährigen Eddy Pappe anlässlich der angekündigten Gesamtausgabe im Ehapa Verlag an.

Mein Beitrag ist eine Besprechung über die Neuauflage von Kamikaze D'Amour von Jamiri, die im Verlag Edition 52 erschienen ist.


Samstag, 23. April 2011

Die Brüder Strugatzki

Hier ist noch ein kleiner Teaser auf meinen Beitrag über die klassischen SF-Autoren Arkadi und Boris Strugatzki für das phantastisch!-Magazin No. 42 (durch Anklicken vergrößert sich der Auszug):

Donnerstag, 7. April 2011

Comic Report vorbestellbar

Es dauert nicht mehr lange und der COMIC REPORT 2011 erscheint endlich. Zwar mit einer kleinen Verspätung (Anfang Mai anstatt April), aber egal! Wer sich nicht gedulden kann oder auf Nummer sicher gehen will, der kann sich jetzt schon vorab ein Exemplar sichern.

Das Jahrbuch, das den Comic durch eine tiefgehenden Marktanalyse, aber auch durch ausführliche Artikel und Rezen-sionen unter die Lupe nimmt, kann ab sofort in der Edition Alfons (bekannt von REDDITION) vorbestellt werden.

Hier ist eine ausführliche Vorschau auf die Rubriken Titel und Dossier (Jerry Spring),  Events und Jubiläen (z.B. mein Artikel "25 Jahre Comicplus+ Durch dick und dünn"), Entwicklungen 2010 (z.B. meine Artikel "Die »Gelbe Reihe« Comicforschung bei Bachmann" und "COMIX: Die Comic-Zeitung. Sammeln oder Wegwerfen?") und Marktanalysen.

Erste Leseproben auf der Online-Seite geben einen Vorgeschmack auf die hohe journalitische Qualität der Texte. Der COMIC REPORT schließt jedenfalls eine Lücke innerhalb der deutsprachigen Comic-Szene und gibt einen Überblick, der in Zeiten des Internets durch einen unsystematischen Datendschungel und unsor-tierte Infoflut herrscht.




Sonntag, 13. März 2011

Mondgesicht

Beim Lesen der Trilogie Mondgesicht von Alejandro Jodorowsky und François Boucq sind mir ein paar erschreckende Parallelen zur Katastrophe in Japan (Erdbeben, Tsunami, Reaktorunfall im März 2011) aufgefallen.

Der Auftaktband "Die unsichtbare Kathedrale" von 1993 (Edition Kunst der Comics) führt den Leser in eine alternative Welt ein. Science Fiction und Mystery treffen hier auf handfeste Sozialkritik. Der Titelheld, ein stummer und unschuldig wirkender Sonderling, entpuppt sich als systemstürzender Rebell, der mit den höheren Mächten und der Natur verbunden zu sein scheint.


Auf der Insel (1. Parallele zu Japan) Damanuestra (vergleichbar mit Lateinamerika) hat sich ein totalitärer Überwachungsstaat installiert. Eine Elite von nihilistischen Katholiken (!) steht hinter einem Diktatorenpaar, das sein Volk überwacht und unterdrückt. Der Verweis auf George Orwells 1984 ist unverkannbar.

Die Insel wird regelmäßig von 100 Meter hohen Flutwellen (2. Parallele zu Japan) heimgesucht, so dass sich die Bewohner von Damanuestra schon darauf eingelebt haben: spezielle Bunker, Schleusen, Schotten und zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen gehören zu ihrem Alltag. Die Führungsriege schottet sich in einem hermitschen Stahlpalast vor den hereinstürzenden Wellen ab.



Die Insel wird zudem von einer abergläubischen Gemeinschaft bewohnt, die regelmäßig auf Walfangjagd (3. Parallele zu Japan) geht, um ihr Fruchtbarkeitszeremoniell zu feiern (Japaner nutzen bekanntermaßen Bestandteile des Wales zur Herstellung von Potenzmitteln). Auch wenn die Meeressäuger hier Teohuacan genannt werden, handelt es sich trotzdem um Wale oder ihnen enorm verwandte Tier.


 
Hinzu kommt, dass die Elite des totalitären Regimes über eine fiktive Energiequelle verfügt,: dem Totranium Trotz der fiktiven Bezeichnung handelt es ich hierbei eindeutig um Kernenergie  (4. Paralle zu Japan) bzw. einer Energieform, die der Atomkraft ähnelt. Die Energie wird hauptsächlich für Waffen verwendet., aber auch zur Stromversorgung Die Brennstäbe werden mit Meereswasser gekühlt, wodurch das Meer rings um die Insel radioaktiv verseucht ist.

Ich möchte den Autoren mit dieser Analyse keineswegs irgendwelche prophetischen oder visionären Fähigkeiten zusprechen. Vielmehr trifft hier leider das Murphy-Gesetz zu: "Alles was schief gehen kann, geht schief". Verblüffend sind diese Parallelen trotzdem allemal.


Abgesehen von diesen verblüffenden Parallelen besticht die Serie durch eine Mischung aus phantastischen Elementen wie man sie sonst von Film-Regisseuren wie Terry Gilliam (Brazil, Twelve Monkeys) oder Jean-Pierre Jeunet (Delicatessen).

Doch die Autoren verlassen niemals vollstänidg den Boden der Realität, sondern bleiben mit ihren expliziten systemkritischen Aspekten stets mit einem Fuß in der Wirklichkeit. Lateinamerika hat sehr viele totalitäre Regierungen (gehabt). Neben V wie Vendetta von Alan Moore zählt Mondgesicht meines Erachtens außerdem zu den besten pop-kulurellen Abhandlungen über Faschismus und Anarchie.

Die ersten beiden Bände ("Die unsichtbare Kathedrale" und "Der Stein der Vollendung") wurden von Edition Kunst der Comics verlegt, Band drei ("Das versteinerte Licht") liegt bei schreiber&leser vor. Der erste Band ist vergriffen und kann leider nur noch in Comic-Antiquariaten bestellt werden - z.B. im Comicmarktplatz oder bei Phantastische Zeiten. Natürlich lohnt sich auch eine Anfrage beim lokalen Comichändler.


Sonntag, 6. März 2011

Der neue Patriot

Der neue Patriot - Die dunkle Seite des amerikanischen Traums hat mir mindestens so gut wie Der letzte Amerikaner, wenn nicht sogar noch besser gefallen. Kein Wunder, die Parallelen zu Alan Moores Meisterwerk Watchmen sind unübersehbar. John Smith und Jim Baikie inszenieren eine Anti-Super-helden-Erzählung, die in Punkto Verweisstruk-turen Watchmen fast in keiner Weise nachsteht.

Dekonstruktion 

Das Szenarion ist 2047 angelegt, erinnert aber eher an das Amerika der 1950er Jahre und stellt ähnlich wie Alan Moores V wie Vendetta eher ein Zerrbild der Gegenwart als eine futuristische Zukunftswelt dar.

Der Staat hat die Genmanipulation so weit getrieben, dass er sich Supersoldaten, so genannten Optmen oder Patrioten, herangezüchtet hat, um unliebsame Drecksarbeiten zu erledigen. Die Superhelden erscheinen wie in Watchmen als nur Übermenschen, die letzten Endes auch ihre Fehler haben. Besonders ein zynischer Charakter, der das Töten als Einziger als lustvoll empfindet und skrupelos zur Tat schreitet, erinnert an den Comedian aus Watchmen.


Polyphonie

Der Autor John Smith verzichtet fast vollsändig auf Action-Szenen. Er gibt selbst an vom Kino beeinflusst worden zu sein. Klassiker wie Sidney Lumets Die 12 Geschworenen, Ethan und Joel Coens Blood Simple oder auch Nicolas Roegs Wenn die Gondeln Trauer tragen hätten Smith' Angaben zufolge am meisten Anteil bei der Strukturierung der Erzählung gehabt. Vor allem Lumets Film trägt entscheidenden Anteil daran, dass viele Sequenzen "am Tisch" stattfinden.

Der Zeichner outet sich als vernarrter  Blade Runner- und Brazil-Fan. Die dystopischen Filme von Ridley Scott und Terry Gilliam werden tatsächlich durch eine ganz eigene Ässthetik getragen.

Das merkt man auch den Illustrationen der Comicserie an, die weniger durch High-Tech und Sci-Fi-Spielereien ins Auge fallen, sondern durch gedämpfte Retro-Optik der 1950er Jahre brilliert.

Bemerkenswert sind in erster Linie die Remniszensen an die Kunstgeschichte, die in die Panels immer wieder auftauchen. Als Beispiel sei hier ein Verweis (rechts unten) auf die surrealistische der Malerei, genauer auf ein Bild von Salvador Dali (rechts oben), aufgeführt.

Wie Alan Moore reichert auch Smith seine Serie mit fiktiven Zusatzmaterial zu seinen Patrioten an: Magazine, Filmkritiken, Artikel und Abteilungsmemos runden die Storys nicht nur ab, sondern werfen zusätzliche Perspektiven auf die Charaktere.

Die fast schon karge und anekdotenhafte Gliederung der Serie erinnnert zudem stark an das Werk von J. G. Ballard, Thomas Pynchon oder William S. Burroughs.

Match Cut

Um die herausragende Qualität der  Serie zu veranschaulichen sei hier auch noch auf eine spezielle Montagetechnik hingewieseen, die eher aus der Filmsprache bekannt ist: Dem so genannten "Match Cut". Im unteren Bildbeispiel sehen wir eine spezielle Parallelmontage. Die Autoren springen zwischen zwei Erzählebenen hin- und her. In diesem Fall verbinden sie die beiden Erzählstränge miteinander, indem sie eine Einstellung wiederholgen. In beiden Fällen weisen die Protagonisten  die gleiche Körperhaltung auf. Ihr Dialog beinhaltet jeweils "Er ist tot".

Der Unterschied liegt in im Licht-Schatten-Effekt: Während das linke Panel das Antlitz des Protagonisten im Dunkeln verbirgt, tritt im rechten Panel das Dunkle in den Hintergrund und wird zum Rahmen. Der Erzähler (der Bruder des Jungen im rechten Panel) schildert sein Erlebnis im Voice-Over-Text im linken Panel und wird bei seiner Schilderung durch die Realität eingeholt, die für ihn einen repetitiven Moment  bedeutet. Die Initiationshandlung, die aus dem Charakter im linken Panel einen neuen Menschen gemacht hat, wiederholt sich durch das schicksalhafte Erlebnis seines Bruders, dessen Fisch gestorben ist.




Die abgeschlossene, fünfbändige Serie kann unter anderem bei diesen Anbietern oder auch hier bestellt werden. Zuvor sollte man jedoch einmal bei seinem lokalen Comichändler nachfragen!

Der letzte Amerikaner

Der letzte Amerikaner, auf Deutsch in zwei Bänden in der Bastei Comic Edition erschienen, hat mir so gut gefallen, dass ich hier ein paar Einblicke in die absurd-groteske SF-Satire geben möchte. Der Anti-Held Ulysses Pilgrim - nomes est omen! - wird ob des drohenden nuklearen Holocausts in einen Tiefschlaf versetzt und erwacht in einer menschleeren, postapokalyptischen Welt, die nur noch von Robotern belebt wird, die nicht müde werden, Produkte zu bewerben.


Motive

Mit Motiven aus der postapokalyptischen SF und der Satire präsentieren Alan Grant, Michael McMahon und John Wagner eine eine aberwitzige und sozialkritische Mixtur, die an die Science Fiction eines William S. Burroughs erinnert. Die Autoren greifen aber auch auf ein altes literarisches Erzählmotiv zurück: Das so genannte "Siebenschläfermotiv", das nicht nur ein beliebtes Motiv der Science Fiction geworden ist. Autoren wie Edward Bellamy (Looking Backward 2000-1887) oder H. G. Wells (When the Sleeper Wakes) haben zum Beispiel auf dieses Motiv zurückgegriffen.



Das Szenario erinnert zudem ganz stark an I am Legend, mit dem besagten Unterschied, das die Autoren lakonische, satirische, absurde und groteske Elemente miteinbeziehen, wodurch eine amüsante Erzählung entstanden ist. Hierzu zählen dem Musical entstehende Songeinlagen, die dem Brecht'schen Theater entsprechen, und von Zombies in grotesk-satirischer Weise vorgetragen werden.


Action-Szenen gibt es so gut wie gar nicht. Der Leser begleitet Pilgrim bei seinen desillusionierten Streifzügen durch das von Tod umwitterte Amerika. Der Erzähltext kommt prosaisch und oft auch philosophisch, mit einem verbittertem Unterton daher:

"Ich krieg es nicht auf die Reihe. Leben, Tod, das Universum, den ganzen, verdammten Schmonzes. Ich meine, es kann kein Unfall gewesen sein. Das Leben hat sich von allen Planeten der ganzen Galaxis hier entwickelt, nur damit ich mitten auf dem Friedhof Amerika alleine dahocke und einen kalten Mond verfluche. Was ist mit den vernunftbegabten Menschen passiert? Waren wir alles nur Stadtaffen? Warum hat Gott das nicht verhindert?"

Parallelmontage

Immer wieder setzten die Autoren auffälligerweise das Mittel der Parallelmontage (siehe die beiden Bildbeispiele oben) ein, um den Brückenschlag aus der (buchstäblich) grauen Vergangenheit in die grauenhafte Gegenwartswelt einer verstrahlten und ausgestorbenen Zuukunft zu schlagen. Die drei quadratischen Panels zeigen die Ereignisse aus der Vergangenheit Pilgrims, die unmittelbar zu dessen Einfrierung geführt haben.

Der zweite Band "Willkommen in der Ewigkeit" beginnt sogar mit einer brillant angelegten Parallelmontage (siehe Bildbeispiel unten). Hier stammen beide Ebenen aus der Vergangenheit: Die Panels in der linken Spalte zeigt das Attentat auf John F. Kennedy und die Panels in der rechten Spalte die Geburt Pilgrims. Auf diese Weise wird der Untergang, der Verfall Amerikas, bereits symbolisch in die Wiege Pilgrims gelegt.

Band 1 ("Der lange Winter") ist z.B. hier und Band 2 ("Willkommen in der Ewigkeit") z.B. hier erhältlich. Doch zuerst empfiehlt sich wie immer der Gang zum lokalen Comichändler!

Sonntag, 6. Februar 2011

Debüt beim Tagesspiegel (Print)

Nach meinem Online-Debüt (mit Peplum) kann ich nun auch mein Print-Debüt beim Tagesspiegel bekannt geben.

Mein Beitrag beschränkt sich zwar nur auf eine kleine (aber knackige) Rezension über Chew - Bulle mit Biss 1 (Cross Cult), aber es freut mich trotzdem enorm.

Hier ist ein Scan  von meinem Text auf der Comicseite  (Tagesspiegel 1. Februar 2011/67. Jahrgang/Nr. 20875, S. 24):























Und hier der Link zur wesentlich ausführlichen Version auf der Online-Seite des Tagesspiegels.

Freitag, 4. Februar 2011

phantastisch! 41: William S. Burroughs

Wie bereits erwähnt, habe ich einen Artikel über William S. Burroughs für die aktuelle PHANTASTISCH!-Ausgabe verfasst.

Nun ist die Ausgabe erschienen und das Magazin kann hier bestellt werden. Unter diesem Link findet man auch eine Inhaltsangabe der 41.ten PHANTASTISCH!.

Hier ist ein kleiner Einblick in mein Manuskript zu meinem 4-seitigen Artikel "Ansichten aus 'Interzone'. Ein Blick auf den Vorreiter von New Wave und Cyber Punk: William S. Burroughs":




Ansichten aus »Interzone«
Ein Blick auf den Vorreiter von New Wave und Cyber Punk: William S. Burroughs

von Marco Behringer 

Prophetischer Visionär oder Rauschgiftgrübler? Hochliterat oder SF-Autor? Kammerjäger oder spiritueller Wortführer? Detektiv oder Homosexueller? Der Mitbegründer der Beat Generation William S. Burroughs ist gar nicht so leicht einzuordnen. Jedenfalls scheiden sich die Geister an seiner Person und seinem Werk sehr häufig. Sicher ist jedoch, dass Burroughs Literaturgeschichte geschrieben hat und die Mehrzahl seiner Werke der Science Fiction zuzuordnen sind, Elemente des phantastischen Genres enthalten oder mit diesem korrespondieren. Die Vertreter des SF-Subgenres »New Wave«, die sich mit ihren Arbeiten bekanntermaßen auf den »Inner Space« richten, sehen sich in legitimer Tradition Burroughs‘ stehen, den sie als ihren geistigen Vorreiter und literarisches Vorbild einordnen.
Alles hat im New York von 1943 angefangen, also in einer Zeit als sich der Bebop eines Charlie Parker und der Abstrakte Expressionismus eines Jackson Pollock zu entwickeln begann. In dieser umwälzenden Atmosphäre der letzten Kriegsjahre kommt es auch zu einer für die Literaturgeschichte folgenschweren Begegnung: Allen Ginsberg und Jack Kerouac, die soeben ihre ersten schriftstellerischen Bemühungen hinter sich gebracht haben, treffen auf den älteren William S. Burroughs. Dieses Trio bildet die Keimzelle der etwas später gegründeten »Beat Generation«, einer literarischen und subkulturellen Undergroundbewegung, die sich vor allen anderen Dingen dadurch auszeichnet, dass sie mit den gängigen literarischen Traditionen und den Werten des bürgerlichen Amerikas bricht.
Während Ginsberg mit seinen kryptischen und radikalen Gedichten und Kerouac mit seiner skizzenhaften und spontanen Prosa ersten literarischen Ruhm und internationale Anerkennung einheimsen können, bleibt Burroughs zunächst noch »El Hombre Invisible«, wie er passenderweise in Tanger aufgrund seiner unpersönlichen Erscheinung getauft wurde – gemeinhin wurde dort nur sein typischer Anzug und sein charakteristischer Hut wahrgenommen. Wer aber ist der Mann, der »Cut-Up« und »Fold-In« als bahnbrechende literarische Methode entwickelte, der den Begriff der »elektronischen Revolution« prägte lange bevor Computer und Internet die heimischen Zimmer erobern sollten und dessen Werk verschiedene Gruppen der Populärkultur beeinflussen sollte?

Comic Report 2011

Nun ist endlich auch der Online-Auftritt vom COMIC REPORT fertig erstellt worden!

Momentan gibt es auf der Homepage noch nicht viel zu lesen, aber das werden die Herausgeber Matthias Hofmann (Splashcomics) und Volker Hamann (Reddition) in den nächsten Wochen und Monaten regelmäßig durch Updates zu unserem Projekt ändern.

Auf der Homepage gibt es jetzt schon einen ersten Einblick in das Inhaltsverzeichnis.

Aber das ist nicht alles: Wenn die Debütausgabe Ende April 2011 erschienen ist, wird auf der Homepage des COMIC REPORTS ab dem Sommer in passender Form regelmäßig Updates zu Entwicklungen des Comic-Marktes veröffentlicht.

Es soll auch einen Bereich entstehen, der das Medium „Comic“ verlagsübergreifend auch an noch unerfahrene Interessierte heranführt.

COMIC REPORT | Der deutschsprachige Comic-Markt: Berichte & Analysen
Nächste Ausgabe: Comic Report 2011, erhältlich im gut sortierten Fachhhandel, ab Ende April 2011